Sunna-Hadith
Hadithwissenschaften und -Sammlungen
 

Die soziologische Dimension der Systematik der Hadithüberlieferung

Das Netzwerk der Hadithüberlieferungen oder die Traditionsketten (Isnad) der Hadith sind seit fünfzehn Jahrhunderten eine interessante Organisation, die den Informationsfluss der Generationen verschiedener Regionen und Gesellschaften sichert. Wie das menschliche (zentrale) Nervensystem sichert dieses System den Fluss von Informationen in der Welt des Islam, von Malaysia bis Zentralasien und vom Hidschaz bis Marokko. Dieses soziale Netzwerk ist das bis heute bekannte breiteste und längste Netzwerk sozialer Beziehungen. In keiner Religion und in keiner Zivilisation gibt es eine solche über Jahrhunderte währende festgeschriebene Sozialstruktur.

Mit der durch die Verwestlichung beeinflussten "akademisierten" Hadithlehre wird heutzutage die als unterscheidende Eigenschaft des Islam auftretende Traditionskette (Isnad) sogar selbst von Hadithwissenschaftlern vernachlässigt. Die Hadithüberlieferung ist nicht mehr vorzufinden und die Hadithlehre hat ihre Individualität verloren und wurde formalisiert. Dadurch hat die islamische Gesellschaft die islamische Religion, Gesellschaft und Zivilisation, welche sich von ähnlichen sozialen Strukturen in der Welt durch eben diese Überlieferungspraxis unterschieden hatte, und die seit Jahrhunderten zur Übertragung des Religionswissens und der Religionspraxis -wenn auch nur partiell- in einer gesunden Weise gedient hatte, mit ihren eigenen Händen in die Seiten der Geschichte verbannt. Nur durch diese Struktur wurde während der ganzen Geschichte des Islam die Aufrechterhaltung und Integration der islamischen Gesellschaft auf der einen, der Schutz und die Verbreitung der islamischen Religion auf der anderen Seite gewährleistet.

Die Originalität von spezialisierten Hadithwissenschaftlern besteht aus dem Versuch, neue Technologien in ihrer Disziplin zu verwenden, welche auf eine kreative Art die Pflege der Beziehung mit dem Althergebrachten ermöglichen sollen. Im Bereich der Hadith kann sich jedoch die Originalität, die Neuentwicklung oder die Kreativität nicht in Form einer Erfindung eines Hadith ausdrücken. In jedem Kunst- und Wissenschaftszweig sind Art und Grad von Originalität anders. In ihren Fachgebieten berühmt gewordene Gelehrte waren erfolgreich in der Entwicklung von neuen Literaturarten (Genres) zur Bewahrung von Hadith, zu einem leichteren Zugang zu Hadith oder einer verbesserten Verständlichkeit der Hadith. In der Hadithlehre kann sich die Neuentwicklung und Kreativität nur in Form einer besseren Bewahrung der Hadithmaterialien, in der Verknüpfung der Beziehung dieser mit alltäglichen Problemen und in der Bereitstellung einer den sich ändernden gesellschaftlichen und kulturellen Bedürfnissen am besten entsprechenden Literaturart für die Gesellschaft entfalten.

Kreativität und Originalität suchende zeitgenössische Hadithgelehrte sollten sich Themen widmen, wie z. B. - wie macht man Hadith (wieder) zum Allgemeingut des Volkes, oder - wie kann man die Beziehung zwischen Sunna und Gesellschaft trotz der vorhandenen sichtbaren ernsten Mängel und Unstimmigkeiten beim Aufbau eines individuellen, familiären und gesellschaftlichen Lebens der Muslime wieder herstellen. Hadithgelehrte treten während der ganzen Geschichte nicht in Form von Fachleuten in Erscheinung, die in der islamischen Gesellschaft eine nicht mehr gegenwärtige Literatur erforschen. Sie sind vielmehr vorrangig sich selbst gegenüber verantwortliche Intellektuelle, die den ernsten gesellschaftlichen Problemen das Modell der Sunna als eine Lösung entgegenhalten und basierend auf diesem Modell auch die Gesellschaftsstruktur reparieren und neu errichten.

Die Geschichte des Netzwerkes von Überlieferungen kann in drei Perioden eingeteilt werden, die sich teilweise miteinander decken und geschichtlich schwer eindeutig voneinander zu trennen sind:

  • Die Periode der individuellen Überlieferungen
  • Die Periode, in der vertrauenswürdige Sammelwerke mit authentischen Hadith die Grundlage für die Überlieferungen bilden (besonders ab dem 4. Jahrhundert, in dem die Kutub al-Sitta entstand)
  • Die Periode, in dem die Hadithlehre aufgrund der Annahme von modernen Universitätstraditionen eine "Akademisierung" erfuhr und die Hadithüberlieferung den traditionellen Institutionen überlassen und von diesen modernen Institutionen aufgegeben wurde (besonders ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts)

Die grundlegende Eigenschaft der ersten Periode sind individuelle Hadith und die Traditionsketten (Isnad). Die grundlegende Eigenschaft der zweiten Periode dagegen sind die authentischen Bücher, über die -wenn auch relativer Art- ein gesellschaftlicher Konsens herrschte, und deren Überlieferungsketten. Die dritte Epoche hingegen ist von den Magisterarbeiten und Dissertationen in den Hadithseminaren der Universitäten geprägt. In der dritten Periode wurde die klassische Hadithlehre der Institutionen der Daru´l-Hadith von den modernen und nach westlicher Art gegründeten Hadithseminaren ersetzt. Gleichzeitig wurden die persönlich vom Lehrer ausgehändigte Lehrbefugnis (Idschazet) und Überlieferungskette (Isnad) von dem durch den Staat bestätigten und von den Universitäten ausgehändigten Diplomen verdrängt. So wie in der Entstehung der einzelnen oben genannten Perioden technologische, soziale und kulturelle Faktoren eine Rolle gespielt haben, hat auch jede Transformation sowohl Einfluss auf das Überlieferungsnetzwerk, als auch Einfluss auf die Beziehung zwischen Religion, Gelehrten und Gesellschaft ausgeübt.

 

Religion als eine Gedächtniskette

So wie es keine Gesellschaft ohne Religion gibt, gibt es auch keinen Soziologen, der nicht auf die Beziehung zwischen Religion und Gesellschaft eingegangen ist. Angefangen bei Ibn Khaldun über Marx, von Max Weber bis Parsons und Habermas haben alle wichtigen Soziologen der Religion einen sehr großen Stellenwert beigemessen. Die Ansichten der Soziologen zur Religion und zum religiösen Diskurs erfuhren nach 1960 einen ernsthaften Wandel, indem die Autorität der bis zu diesen Tagen herrschenden positivistischen, materialistischen, evolutionären und reduktionistischen Annäherungen zu Ende ging und stattdessen eine anti-positivistische, idealistische, die Evolution und Reduktion ablehnende neue Bewegung hervortrat und herrschend wurde. Allerdings werden von Islamwissenschaftlern in Ost und West, unfähig, den Wandel in den Sozialtheorien zu verfolgen, immer noch die klassischen Annäherungen an Gesellschaft und Diskurs verwendet. Anstelle der Definition der klassisch-positivistischen Religionssoziologie und der in der Türkei von akademischen und religiösen Kreisen ohne zu hinterfragen akzeptierten und wiederholten Meinung, die Religion sei eine "soziale Institution", sollte unter Berücksichtigung neuer Entwicklungen eine Annäherung vorgenommen werden, welche die Religion selbst als "Religion" akzeptiert. Es sollte auch eine neue Beziehung zwischen Hadith, Sunna und der Sozialstruktur hergestellt werden.

Der führende französische Soziologe Daniel Hervieu Leger, verdeutlicht in seinem Werk Religion As a Chain of Memory, dass die Religion in traditionellen Gesellschaften das Gedächtnis bildet, jedoch die gesellschaftliche Amnesie (Vergesslichkeit oder Verlust des Gedächtnisses) mit der Modernisierung in den Vordergrund gerückt ist. Für eine Gesellschaft bedeutet das gemeinsame Gedächtnis auch gemeinsame Kultur. Das Zerstören des gemeinsamen Gedächtnisses oder das Vergessen ist eine Gefahr für die Existenz der Gesellschaft. Ohne den Besitz eines gemeinsamen Gedächtnisses kann keine Gesellschaft bestehen und sie kann nach Bestehen auch ihre Existenz ohne dieses nicht fortführen. Wie Johannes Fueck zurecht festgestellt hat, bildet die Sunna das gemeinsame Gedächtnis der islamischen Gesellschaft. Die Formierung, Integration und Bewahrung der islamischen Gesellschaft war durch die Verbreitung und die Erhaltung des sich in der Sunna verkörpernden gemeinsamen Gedächtnisses auf alle Schichten der Gesellschaft möglich.

Trotz der zahlreichen Unterschiede verfügt die aus vielen Nationen und Kulturen bestehende islamische Gesellschaft über eine -wenn auch auf einem bestimmten Niveau- gemeinsame Kultur und Identität. Ist es möglich, die Quellen der weltweit zu beobachtenden verblüffenden kulturellen Ähnlichkeiten festzumachen? Wir sind der Auffassung, dass die Sunna, von allen Muslimen akzeptierte und alle Bereiche des Lebens umfassende Handlungsmodelle bietend, eine bestimmende Rolle spielt. Konkreter formuliert heißt die hier zu stellende Frage: „Welche Rolle spielt die Sunna des Propheten Mohammed (sav) aus kultureller Sicht bei der Integration, bei der Aneignung von gemeinsamen Handlungsmodellen und bei der Identitätsstiftung der weltweiten islamischen Gesellschaft?"

Aus soziologischer Sicht gibt es zwei Dimensionen der kulturellen Integration: Die Integration von Generationen, die in geschichtlich unterschiedlichen Perioden gelebt haben und die Integration von unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus und Schichten, die gleichzeitig leben. Unserer Meinung nach wurde sowohl die Integration zwischen den Generationen, als auch die kulturelle Integration aller Schichten der ganzen islamischen Gesellschaft durch die Durchdringung seitens der Hadithüberlieferungen verwirklicht. Durch die Verbreitung der beispielhaften Handlungsmodelle des Propheten in allen muslimischen Gesellschaften haben die Hadithgelehrten ihren Beitrag zur Entwicklung einer gemeinsamen muslimischen Identität in der ganzen Welt geleistet. Wenn die Hadithgelehrten die Sunna des Propheten verbreitend, nicht zur Kontinuität einer gemeinsamen Handlungsweise und einer sozialen Lebensweise beigetragen und die Hadith nicht als eine Referenz festgemacht hätten, so wäre weder die Fortführung einer gemeinsame Kultur zwischen den Generationen, noch eine gemeinsame Kultur unter den weltweit verstreuten Regionen entstanden.

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Grafik 1: Wechselnde Zentren des Hadithüberlieferungsnetzes

 

Die Antwort auf die Frage: "Wie haben es die Islamgelehrten geschafft, die Sunna von Generation zu Generation zu übertragen und wie haben sie es geschafft, die Sunna als eine gemeinsame Kultur in der ganzen islamischen Geographie zu etablieren?" kann ohne das Erforschen des von ihnen gegründeten Netzwerkes der Hadithüberlieferungen oder mit dem Terminus technicus ausgedrückt, ohne das Erforschen der Isnad (der Überlieferungs- bzw. der Tradentenkette) nicht verstanden werden. Aus dieser Sicht ist es nicht möglich, den Beitrag des Netzwerks der Hadithüberlieferungen an -sowohl der Sozialstruktur und dem Anteil dieser Struktur an der Kontinuität der Generationen, - als auch den Beitrag zur Integration der unterschiedlichen geographischen Regionen untereinander- zu verkennen. Wenn von Sunna gesprochen wird, dürfen wir uns nicht eine Sammlung von standardisierten und starren Handlungsmodellen vorstellen, sondern es muss an eine den Problemen des sozialen Lebens flexible Annäherung und vielfältigen Raum lassende Haltung gedacht werden; darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass selbst die Sunna Unterschiede in der Praxis gebilligt und gefördert hat. Die Sunna ersetzt nicht die regionalen Sitten und Bräuche, indem sie mit ihnen in einen Konflikt trat, sondern die Sunna durchdringt sie vielmehr mit der eigenen Farbe.

 

Der Beitrag der Überlieferungsnetzwerke zur Entstehung einer gemeinsamen Kultur zwischen den Regionen


 

In der modernen Welt von heute ist das Netzwerk der Hadithüberlieferung das bisher bekannteste und urkundlich aufgezeichnete breiteste und langlebigste Netzwerk von Sozialbeziehungen. Ein ähnliches soziales Netzwerk ist von Sozialwissenschaftlern bisher noch nicht entdeckt worden. Ein solches Netzwerk ist in außerislamischen Kulturen nicht anzutreffen. Wie Hadithgelehrte zurecht mit Stolz ausdrücken, ist die Isnad eine dem Islam eigene Institution, welche in keiner anderen Zivilisation vorzufinden ist. In anderen Zivilisationen ist die Gewohnheit einer systematischen und kritischen Quellenangabe eine äußerst neue Praxis. Namentlich im Christentum und im Judentum begegnet man keiner ähnlichen Struktur. In diesen Kulturen kann man möglicherweise Überlieferungssysteme antreffen, die partielle Ähnlichkeiten mit der Isnad aufweisen können, aber eine mit dem Isnad-System vergleichbaren Struktur nicht beinhalten.

In der Zeit der Gefährten (Ashab) war Medina das Zentrum der Hadithüberlieferung. In späteren Zeiten jedoch war Medina nicht mehr der Mittelpunkt. Das Zentrum verlagerte sich nach Damaskus, Bagdad und Iran. Später etablierte sich an vielen verschiedenen Orten eine soziale Struktur ohne ein bestimmtes Zentrum. Wenn die Hadithüberlieferung nur mit Medina begrenzt geblieben wäre, hätte sich die Sunna nicht in die ganze islamische Welt verbreiten können und sie hätte somit auch nur die Kultur und das Leben einer bestimmten Schicht und Gegend beeinflusst. Die Situation hat sich jedoch nicht so entwickelt, vielmehr ist die Sunna von Ann an auch überall dorthin mitgenommen worden, wo sich der Islam verbreitet hat. Ohnehin ist es nicht möglich, sich den Islam ohne die Sunna vorzustellen.

Auf der anderen Seite ist es eine Realität, dass im 20. Jahrhundert die vierzehn Jahrhunderte währende Isnad- oder Hadithüberlieferungskette in einigen Regionen der islamischen Welt abgebrochen ist. Unter diesen Regionen ist die Türkei die augenscheinlichste Region. Heutzutage wird -wenn auch nur noch in einem beschränkten Maße- die Hadithüberlieferung in vielen Regionen der islamischen Welt immer noch auf dem Wege der Isnad fortgeführt. Obwohl auch in Syrien, Indien und Pakistan die Tradition der Isnad sehr zerbrechlich geworden ist, wissen wir, dass sie trotzdem noch weitergeführt wird.

 

Der Beitrag des Netzwerks zur kulturellen Kontinuität zwischen den Generationen


 

Die Hadithüberlieferung wurde seit der Zeit des Propheten bis zum heutigen Tage ununterbrochen fortgeführt. Jede Generation hat die Aufgabe eines Kettenglieds innerhalb dieser Überlieferungskette ausgeübt, die den Fluss des Wissens und der Überlieferung gewährleistete. Somit hat die Sunna die Kultur und das Leben aller Generationen formiert und dadurch wurde die kulturelle Einheit zwischen den Generationen hergestellt. Stellen wir uns einmal das Gegenteil vor: Wäre in einer oder in einigen Generationen die Hadithüberlieferungskette abgebrochen, wäre ein nochmaliger Aufbau dieser Kette nicht möglich. Als Schlussfolgerung würden dann kulturelle Abweichungen und Verschiedenheiten zwischen den Generationen entstehen und die Jahrhunderte überdauernde islamische kulturelle Einheit hätte nicht verwirklicht werden können.

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Grafik 2: Grafik der Zu- und Abnahme der Hadithgelehrten im Laufe der Zeit, 610-1505.

Wie auch in der betreffenden Grafik zu sehen ist, blieb die Größe der Gruppe der Hadithtradenten, welche die Überlieferungen auswendig weitergaben (Hafiz) innerhalb des Hadithüberlieferungsnetzwerks nicht immer konstant. Auch wenn ihre Anzahl sich immer etwas verändert hat, wurde das Netzwerk der Beziehungen unter den Hafiz durch 26 Generationen hindurch ununterbrochen aufrechterhalten. Diese Grafik verdeutlicht zudem auch, dass nach der Periode, in der Sammelwerke, bekannt als Kutub al-Sitta, eine gewisse Autorität erlangt hatten, das Interesse am Auswendiglernen der Hadith abgenommen hat. Nachdem die Hadithtradenten die Überlieferungen zu einem großen Teil sichergestellt und ‘archiviert‘ hatten, nahm das Interesse an ihrer Tätigkeit ironischerweise ab, denn mit der Kanonisierung der authentischen Bücher und deren Zusammenfassung zum Standardwerk als Kutub al-Sitta nahm der Bedarf am Auswendiglernen im Verhältnis zu den früheren Perioden ab.

 

Wäre eine religiöse Einheit möglich, ohne die Aufrechterhaltung der Authentizität des Hadithkorpus?


 

Wären anstelle der in der ganzen islamischen Welt akzeptierten Hadithsammlung (der Kutub al-Sitta), in verschiedenen Regionen unterschiedliche Hadithsammlungen vorherrschend, wäre die muslimische Gesellschaft in Gefahr, auseinandergerissen zu werden. So gibt es zum Beispiel einen auffallenden Unterschied zwischen der Ahl al-Sunna und der Schia im Bezug auf das Hadithverständnis und den zu respektierenden Hadithsammlungen. Die Kutub al-Sitta wird von der sunnitischen Welt respektiert, die Schiiten erweisen dieser gegenüber jedoch kein Interesse. Zudem werden die Worte der Imame der Schia als Hadith akzeptiert, obwohl die Sunniten nur dem Propheten und seinen Gefährten (Ashab) zugeschriebene Überlieferungen als Hadith anerkennen.

Die Struktur des Netzwerkes der Hadithüberlieferungen hat, sich ständig entwickelnd, über Jahrhunderte funktioniert. Die Beiträge der Hadithgelehrten (Muhaddith) bei der aktiven Vereinigung der ganzen islamischen Welt um ein gemeinsames Gedächtnis können in einigen wenigen Etappen wie folgt aufgezählt werden:

  1. Der Übergang von der Epoche der vorherrschend mündlichen Überlieferung in die Epoche der schriftlichen Überlieferung
  2. Der Übergang von der auf die persönliche Schüler-Lehrer-Beziehung basierenden Lehre zur institutionellen Lehre durch die Eröffnung der Daru´l-Hadith
  3. Die Annahme der Kutub al-Sitta in hohem Maße in der ganzen sunnitischen Welt anstelle der vorhandenen zerstreuten Literatur.
  4. Methoden der Rezension: Die Entstehung einer standardisierten Kritikmethode, die von der ganzen (muslimischen) Gemeinschaft (Umma) anerkannte wurde

Diese Entwicklungsstufen haben einerseits die Hadithüberlieferungen noch weiter standardisiert und noch vertrauenswürdiger gemacht, andererseits haben sie die aufbauende und identitätsstiftende Funktion der Hadith in der muslimischen Gesellschaft verstärkt.

 


 

Recep Şentürk, Toplumsal Hafıza, Hadis Rivayet Ağı 610-1505 (Narrative Social Structure Anatomy of the Hadith Transmission Network, Übersetzung ins Türkische aus dem Englischen : Mehmet Fatih Serenli)
 

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