Leben (Sira)
Sira (Biografie des Propheten)
 

16 - Der Bay'a (Treueschwur) in Akaba

Schon in den ersten Jahren seiner Beauftragung als Prophet versuchte Mohammed (sav) die Menschen, die für die Hadsch und die Umra nach Mekka oder für den Handel zu den Jahrmärkten kamen, zum Islam einzuladen. Den größten Erfolg hatte er in Yathrib (Medina). Im elften Jahr seiner Prophetie (620), während der Jahreszeit der Hadsch, begegnete er sechs Personen aus Yathrib in Akaba, einem verlassenen Ort in Mina, und verkündete ihnen den Islam. Diese, dem Stamm Hazradsch angehörend, wurden zu Muslimen. Einer von ihnen, As'ad b. Zurara, kehrte zurück nach Yathrib, erzählte seinem Stamm und dem Stamm Aws über die neue Religion und versprach ihnen ein Treffen mit Mohammed (sav) in einem Jahr wieder in Akaba. Dank der Bemühungen dieser sechs Personen aus Yathrib, die der Kern der Ansar (der Helfer) waren, wurden viele zu Muslimen. Im nächsten Jahr (dem zwölften Jahr seiner Prophetie, Dhu al-Hidschdscha/Juli 621 n. Chr.) trafen sich zwölf Personen (zehn vom Stamm Hazradsch und zwei vom Stamm Aws) heimlich in Akaba mit dem Propheten. Die Leute aus Yathrib schworen, dass sie "Allah nichts gleichsetzen, nicht stehlen, keinen Ehebruch begehen, ihre Kinder nicht umbringen, sich gegenseitig nicht verleumden und den Befehlen des Propheten folgen" würden. Dieser Treueschwur wird Der Erste Akaba Bay'a genannt. Mohammed (sav) beauftragte Mus‘ab b. Umayr, dem Volk von Yathrib den Koran und den Islam beizubringen, neue Menschen zu der Religion einzuladen und ihnen das Pflichtgebet zu lehren. Also schickte er ihn mit nach Yathrib. Die einjährigen Aktivitäten Mus'abs, der als Gast bei As‘ad b. Zurara lebte, führten dazu, dass führende Personen Yathribs, darunter auch Sa‘d b. Muaz und Usayd b. Hudayr -die Stammeshäupte des Stammes Aws- zum Islam übertraten und die Stadt zu einem Zielort für die Hidschra wurde. Im dreizehnten Jahr der Prophetie (622), während der Jahreszeit der Hadsch, kamen fünfundsiebzig Muslime aus Yathrib (darunter zwei Frauen) zusammen mit einer Pilgergruppe für die Hadsch, in der auch Personen dabei waren, die noch nicht Muslime geworden waren, nach Mekka. Nach der Hadsch, trafen sie sich wieder heimlich mit den Propheten in Akaba. Mohammed (sav) war mit seinem Onkel Abbas gekommen, der noch nicht Muslim war. Als die Pilger aus Yathrib ihn in ihre Stadt einluden, trug er zuerst einige Ayat aus dem Koran vor und sprach ermutigende Worte zu ihnen, damit sie den Islam annahmen. Danach listete er die Bedingungen des zweiten Akaba Bay'a auf. Er bat sie, zu schwören, ihn und alle Muslime aus Mekka und auch deren Kinder, Frauen und ihr Hab und Gut zu schützen, als wäre deren Leben ihr eigenes. Auch verlangte er, dass sie ihm in guten wie in schlechten Zeiten treu seien und ihn finanziell unterstützen würden, dass sie Güte walten und das Übel verhindern würden und immer für Gerechtigkeit sorgen würden, ohne etwas oder jemanden zu fürchten. Die Muslime aus Yathrib akzeptierten die Bedingungen und leisteten den Treueschwur. Mohammed (sav) bat sie um eine Wahl von zwölf Vertretern (Nakib), die für die Kommunikation zwischen ihnen und dem Propheten zuständig sein sollten. Sie wählten neun Personen des Stammes Hazradsch und drei Personen des Stammes Aws. Mohammed (sav) wählte zusätzlich As‘ad b. Zurara, Verteter der Nadschar aus Hazradsch, als Anführer der elf Vertreter. Weil der zweite Treueschwur auch Themen, welche sich auf Kriege beziehen, beinhaltet, wird der Zweite Akaba Bay'a auch "bay‘at al-harb" (Kriegestreueschwur) genannt. Yathrib besaß eine strategische Lage, die unvorteilhaft für die Quraisch sein konnte. Die Karawanen, die vom Norden nach Syrien, Palästina und dem Irak reisen wollten, mussten an dieser Stadt vorbei. Andererseits waren viele Einwohner von Yathrib im Buas-Krieg gefallen, einem Krieg zwischen den Stämmen Aws und Hazradsch, welcher fast 120 Jahre gedauert hatte. Es wurde gehofft, dass die Feindschaft zwischen ihnen dank dieser neuen Religion ein Ende finden würde. In der Tat sagte Aischa zu diesem Ereignis Folgendes: "Buas war ein Tag, den  Allah für seinen Gesandten vorbereitet hat.

 

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