Leben (Sira)
Sira (Biografie des Propheten)
 

14 - Einladung der Einwohner von Taif zum Islam

Parallel zu diesen Zuständen verstärkte sich das schlechte Benehmen der Quraisch gegenüber dem Propheten. Die Verkündung des Islam an die Quraisch war in einer Sackgasse angelangt. Mit dem Ziel, andere Menschen zu erreichen, und den Islam zu verbreiten, entschied sich Mohammed (sav) im zehnten Jahr seiner Prophetie, die Verkündung bis zur Hidschra außerhalb Mekkas fortzuführen. Mit Zayd b. Haritha als Begleiter ging er nach Taif, wo der Stamm Sakif lebte. Einer der Führenden des Stammes, Amr b. Umayr, lud seine drei Söhne; Abd al-Yalil, Mas‘ud und Habib und weitere wichtige Persönlichkeiten des Stammes zum Islam ein. Die Zugehörigen des Stammes waren Verwandte der Quraisch und unterhielten Handelsbeziehungen mit ihnen. Daher zeigte keiner von ihnen Interesse an Mohammeds (sav) Einladung und sie respektierten nicht einmal seinen Wunsch, seine Einladung geheim zu halten. Außerdem veranlassten sie, dass Mohammed (sav) und Zayd b. Haritha von der Bevölkerung gesteinigt wurden. Zayd wurde am Kopf verletzt, als er versuchte, den Propheten zu schützen, dessen Füße durch die geworfenen Steine bluteten. Die Belästigung durch die Bewohner Taifs dauerte bis Mohammed (sav) den Weinberg von Utba b. Rabia und seinem Bruder Schayba erreichte. In diesen schwierigen Momenten nahm er Zuflucht bei seinem Herrn, drückte seinen Gehorsam gegenüber der Autorität Allahs aus und bat um seine Hilfe. Währenddessen kam Addas, der Sklave des Inhabers des Weinbergs, und reichte ihm ein Teller voller Weintrauben. Addas bemerkte, dass Mohammed (sav)"Bismillah" sagte, bevor er mit dem Essen begann. So kamen sie ins Gespräch. Als Addas erzählte, dass er ein Christ aus Ninova war, sagte Mohammed (sav), dass Ninova die Heimstadt Yunus' war. Addas fragte ihn, woher er das wisse. Als der Prophet wie folgt antwortete: "Er ist mein Bruder und ein Gesandter Allahs. Ich bin auch einer." , nahm Addas, der durch ihr Gespräch beeindruckt war, den Islam an.

Nachdem er sich eine Weile ausgeruht hatte, verließ Mohammed (sav) Taif, um zurück nach Mekka zu kehren. Um in die Stadt gelangen zu können, musste er einen neuen Quraisch finden, der ihn in seine Obhut nehmen würde. Viele der Personen, die er darum bat, als er am Berg Hira wartete, lehnten ab. Letztendlich wurde er in die Obhut vom Haupt des Stammes Naufal, von Mut'im b. Adi, genommen und durfte in die Stadt. Verschiedenen Überlieferungen zufolge fragte Aischa den Propheten eines Tages, ob er jemals einen schwierigeren Tag als denjenigen der Gazwa* von Uhud erlebt habe. Er erinnerte sie an seine Rückkehr von Taif und fuhr fort: "Damals, als meine Verblüffung sich langsam legte, schaute ich zum Himmel und in der Wolke, die mir Schatten spendete, sah ich Gabriel. Er sagte mir, dass der Engel, der die Einwohner von Mekka auf meinem Wunsch vernichten würde, mir zu Diensten stehe und dieser kam auch zu mir. Aber ich antwortete 'Nein, ich wünsche es nicht. Was ich mir wünsche ist, dass Allah aus diesen Muschriq Menschen macht, die nur an ihn glauben und  ihm nichts gleichsetzen'."


 



*Gazwa: Schlacht (Krieg) im Namen der Religion, an welcher der Prophet persönlich teilgenommen hat.

 

Kommentare

 
Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie den ersten Kommentar. Anklicken.